[Foto: Anna Heuberger, 2008]

1907 wurde das Kino von Konzessionär und "Direktor" Gustav Altschul (* 1859 in Prag; kath.) eröffnet, der in Wien noch eine Reihe weiterer Kinos gründete. Der Wiener Bioskop Kinematograf kann als eines der ersten Wiener "Nobelkinos" bezeichnet werden, dass neben Großbürgertum und Aristokratie sogar einige Mitglieder des Kaiserhauses zu seinem Publikum zählte. Das Kino befand sich gleich gegenüber dem Hotel Astoria in der Wiener straße und bot die "Vorführung lebender Bilder" - und mehr noch: "Nur Novitäten!" Die "ununterbrochenen Vorstellungen" der "unbedingt dezenten Familien-Programme", wie eine Ankündigung aus den frühen Jahres des populären Bioskops versprach, liefen täglich, an den Wochenenden und an Feiertagen gab es sogar Vormittagsprogramme. Um das gehobende Ambiente des Kinos noch hervorzuheben, wurde es von den Besitzern als "vornehmstes Kino-Theater" der Stadt bezeichnet und derart stillvoll eingerichtet, dass in den folgenden Jahren sogar Mitglieder des Kaiserhauses das Bioskop besuchten.
Von 1909 an gehörte die Konzession der Familie Koch - vorerst Simon Koch, danach Erich Koch, ab 1913 besaß die Familie Fischer das unternehmen. Die Einrichtung und das Ambiente waren gediegen, gezeigt wurden auch in den folgenden Jahren nur "erstklassige" Filme.
In der Zeit des Nationalsozialismus zeigte das Kino - nun nach dem Vorbild der "Berliner Kurbel" - unter dem Namen "(Wiener) Kurbel" vor allem Propagandafilmde sowie die Kassenschlager der Ufa und Reprisen, nach dem Krieg wurde daraus das "Kruger Kino", in dem man nach Ende des Weltkrieges u.a. auch Programme ab 9 Uhr morgens sowie Kinder- und Jugendprogramme zeigte, so etwa im März 1950 König des Dschungels mit Johnny Weissmüller - einer der "Kassenschlagers" dieses Jahres.
Das Kino bestand bis 1996.

Texte
-

Links
-

< zurück