< zurück

Da, wo sich heute in der Inneren Stadt das Moulin Rouge befindet, gab es ehemals ein Kasino, in dem sich in den 30er-Jahren ebenfalls ein Kabarett, die Kleinkunst im Kasinosaal, kurz KIK, ansiedelte. Auch das KIK hielt sich jedoch nur wenige Monate und wurde kurz nach seiner Gründung wieder geschlossen. Bereits nach dem "Anschluss" wurde in denselben Räumen 1938 das Wiener Werkel von Wilhelm Hufnagl und Adolf Müller-Reitzner gegründet, das zu einem der führenden Wiener Kabaretts wurde.
Auch nach dem Krieg gab es hier jahrelang populäre Varieteprogramme und Tanzmusik-Abende, und das Theater nannte sich nach 1945 statt Wiener Werkel von nun an Literatur im Moulin Rouge, da auf Anweisung des Wiener Magistrats Namen aus dem Dritten Reich verboten waren.
Conferencier war damals Fritz Muliar, die musikalische Begleitung der Abende lag beim Orchester Johannes Fehring mit seinen damals in ganz Wien bekannten beiden Sängern Charlotte Rank und Willy Hagara.

Mitte der 1980er-Jahre wurde das Moulin Rouge für einige Zeit zu einem beliebten Spielorte für die sog. Wiener "freie Szene"; u. a. gastierte hier einige Male Schottenbergs damaliges Ensemble "Theater im Kopf" (TiK).
2007 steht die Immobilie leer.