1895 hatte Emmerich Kern (1872-1932) im Prater - Praterhütte Nr. 80 - ein populäres Wiener Karussell errichtet.
1900 wurde ein Teil des Karussells zu einem sog. "Dampfschiff" umgebaut und zu einer neuen Publikumsattraktion.
1903 (and. Angaben: 1904) wurden im Kern'schen Unternehmen zum ersten Mal bewegte Bilder - "Projekten" - präsentiert. 1905 folgten der Abriss der alten Hütte, ein massiver Umbau sowie die Umbenennung des Etablissements: Das einen ca. 10 x 20 Meter großen Zuschauerraum umfassende neue Kern Kino war ein frei stehendes großräumiges Lichtspieltheater, das in den folgenden Jahren derart beliebtes Besucherziel des Praters wurde, dass Emmerich Kern auch das bis dahin weiter bestehende Karussell schließich ganz aufgab und abriss und 1914 das Kino nach moderneren Maßstäben erneut umbaute und in "Lichtspielpalast" umbenannte. Nun hatten statt einst 40 Besucher*innen 450 Menschen Platz.

Der wahrscheinlich populärste "Direktor" des Kern Kinos war der in Budapest geborene Stefan Perlmann, der bereits als Jugendlicher seine Tage im zu diesem Zeitpunkt noch von Kern geführten Kino- und Unterhaltungsetablissement verbrachte. 1906 bewarb er sich bei diesem Unternehmen - und arbeitete in den folgenden Jahren als Billeteur, Plakatierer und Ausrufer, eher er im Jahre 1918 zum Mitbesitzer wurde und das Kino bis in die Zwanzigerjahre hinein führte, eher er das bis dahin von Johann und Sophie Nehéz gegründete Zentraltheater übernahm.

Ab 1930 spielte man hier Tonfilme und nannte das Kino auch dementsprechend in "Ton Kino Kern" um.

1945 wurde das Kino im Zuge eines Praterbrandes, der durch einen Bombenangriff ausgelöst wurde, völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut.


Quellen & Links:
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