Ehe die Räume zu einem Kino wurden, befand sich hier eine Singspielhalle, die den Namen "Edelhofer Volksorpheum" trug. Hier traten um die Jahrhundertwende u. a. kleinere jüdische und jiddisch spielende Truppen aus der Donaumonarchie auf.

Das Lokal hatte bereits ab 1909 eine zeitlich beschränkte Kinolizenz für temporären Kinobetrieb in Verbindung mit Darbietungen von Volkssängern. Lizenzinhaber war Franz Weingärtner, der auch Besitzer des "Augarten Kinos" in der Unteren Augartenstraße war. 1919 wurde schließlich ein durchgehender Kinobetrieb gegründet; die erste Besitzer und Lizenzinhaberin war Anna Hirsch, die, so Schwarz 1992 (S. 193), die Konzession auf Intervention von Staatskanzler Karl Renner erhalten haben soll. Von 1921 bis 1924 besaß die Lizenz der Verein "Arbeiterheim Karl Marx" und, nachdem der Verein aufgelöst worden war, ab 1934 Olga Herold, die auch in Besitz des Kino gelangte, nachdem der Edmund Hamber, seit 1923 Besitzer dieses sowie mehrerer anderer Wiener Kinos und der Verleihfirma "Allianz", die meisten seiner Kinos als Gesellschafter in die Kiba eingebracht hatte.

siehe dazu auch "Filmpalast"


Quellen & Links:
Brigitte Dalinger: Jüdisches Theater in Wien 1880-1938. In: 10 Jahre Jiddisches Theater in Wien: Dokumentation, hg. v. Milli Segal. Wien: Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung, Wien 2004, S. 4.
Franz Hadamowsky: Das Theater in der Leopoldstadt von 1781 bis 1860. Wien 1934.
Leopold Rosner: 50 Jahre Carl-Theater. Wien 1897
Dieter Klein, Martin Kupf, Robert Schediwy: Stadtbildverluste Wien. Ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte. Wien 2005.

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