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Das "Capitol" hatte bis zur Einführung des Tonfilms eine ganz besondere Attraktion: einen Mann, "der, beim Orcherster sitend, ein verwirrendes Instrumentarium bediente, mit dem er möglichst synchron zum Bild Geräusche lieferte. Er knallte mit einem Kapselrevolver ebenso bravourös bei Tom-Mix- oder Harry-Piel-Abenteuern, wie er es verstand, das Geräusch eines Eisenbahnzuges samt Pfeifen der Lokomotive hervorzurufen. Bei Szenen im Walde erzeugte er Vogelgezwitscher, und das Zuknallen von Türen war für ihn überhaupt kein Problem." (K. H. Koizar 1986, S. 48)

Ab 1922 wurde das Kino für Theatervorstellungen der Bildungsstelle der städtischen Straßenbahnbediensteten des Bahnhofs Erdberg zur Verfügung gestellt.

1937 gestaltete der Architekt Georg H. Kreuzer das Kino um. Die hier gezeigten Fotos zeigten das Theater kurz nach der Neugestaltung.

Das alte Kino mit 900 Sitzen musste der Assanierung weichen.
Der neue Bau, nach Plänen von Robert Kotas, wurde in der Kundmanngasse* mit 604 Sitzplätzen errichtet.

1962/63 wurde statt des alten Gebäudes an dieser Stelle eine neue, städtische Wohnhausanlage (Architekt: Ferdinand Riedl) errichtet.

Am 10. August 1973 wurde auch dieses Erdberger Kino geschlossen.

*Die Kundmannstraße hieß früher Sophienbrückengasse und erhielt ihren heutigen Namen 1919 nach dem Bildhauer Carl Kundmann (1838-1919)


Quellen und Link:

Österreichische Kunst, 8. Jg., Heft 7, Wien 1937, S. 24f.
Dank an Dr. Markus Kristan.