Das Theater im Konzerthauskeller wurde ursprünglich von der Wiener Konzerthausgesellschaft gegründet. Es besteht seit über 60 Jahren und wurde ursprünglich als Wiener Privattheater geführt. Heute gehört es zum Verbund der von der Stadt Wien geführten Häuser (Wiener Theaterverein).

1949 zog ein Teil der beiden ehemaligen Ensembles des Studios der Hochschulen und des Theaters der 49 an diesen Standort und gründeten hier Das Experiment, Theater der 49 im Konzerthaus. Die Eröffnung des neuen Theaters fand am 24. Oktober 1949 statt, Direktorin und Konzessionsinhaberin war Trude Pöschl, deren Mann die Kosten für die Neugestaltung des Kellertheaters übernahm. Künstlerischer Leiter wurde Kurt Julius Schwarz, Dramaturg und Theatersekretär Franz Zeska. Der Zuschauerraum wurde grün gestaltet, und die Eröffnungsproduktion - so Herbert Lederer in seinen Theatererinnerungen Bevor alles verweht - "eine Katastrophe". Peter Minich spielte die Hauptrolle.
Auch die folgenden Monate gestalteten sich schwierig, da das kleine Theater keinerlei Rechte von den Verlagen erhielt. Am Programm standen u. a. eine Bühnenbearbeitung von Horváths Himmelwärts und Die Schändung der Lucretia (The Rape of Lucretia) von André Obey.

Michael Kehlmann (1927-2005) inszenierte hier u. a. Er ging an meiner Seite (Home of the Braves), wobei er die notwendigen amerikanische Uniformen durch Vermittlung Haeussermans erhielt. 1961 folgte die Verfilmung des Stoffes für den Bayerischen Rundfunk, u. a. mit Heinrich Trimbur.

Kurze Zeit nach der Gründung des Theaters wechselte Schwarz vorerst an das Theater am Parkring, um danach nach Münster und schließlich nach Buenos Aires zu gehen.
Auch Zeska verließ das Theater schon bald und ging an die Hamburger Kammerspiele.

Michael Kehlmann übernahm nun die Direktion des Kellertheaters, das er in Kleines Theater im Konzerthaus umbenannte und im Oktober 1950 mit einer Inszenierung von Horváths Kasimir und Karoline neu eröffnete.

Kurz nach der Eröffnung des Hause fragte Michael Kehlmann bei aus der Emigration nach Wien zurückgekehrten Gerhard Bronner an, ob er gemeinsam mit Carl Merz und Helmut Qualtinger bei einer Adaption von Schnitzlers Reigen mitarbeiten wolle. Bronner schrieb die Musik und machte von nun an am Kleinen Theater die Conferéncen.
1952 macht das Ensemble mit der Produktion Brettl vor'm Kopf "Kabarett-Geschichte".

"Das war ein Theater mit 49 Sitzplätzen, maximal konnten da 110 Leute hineingestopft werden, Klappstühle wurden dazugestellt, Stehplätze - es war unglaublich. Der g'schupfte Ferdl war der Bestseller, den hat im Programm der Qualtinger gesungen, er war von mir - solange ich die Tantiemen kassiert hab' war mir das wurst […]." (Gerhard Bronner, Spiegel vorm Gesicht, 2004)

1960 übernahm das Theater in der Josefstadt (Direktion: Rudolf Steinboeck) das kleine Kellertheater als dritte Spielstätte und "Experimentierbühne" des Theaters unter dem Namen Kleines Theater der Josefstadt im Konzerthaus.

1977 gab der nunmehrige Direktor des Theaters in der Josefstadt, Ernst Haeusserman, das Theater auf. Es wurde Dieter Haspel und seinem Ensemble Theater bis 1981 zur Verfügung gestellt.
1982 übernahm Dieter Haspel ein eigenes Haus - das Ensemble Theater am Petersplatz. Das Theater im Konzerthauskeller wurde von nun an als Nebenbühne des Volkstheaters (Direktion Paul Blaha) unter dem Titel "VT-Studio" genutzt.
1987 musste auch dieser Spielbetrieb aufgrund von Subventionskürzungen des Volkstheaters durch den Bund beendet werden.
Der Mietvertrag mit dem Volkstheater blieb jedoch bestehen, "freie Gruppen" konnten sich mit einer Tagesmiete von 20.000 Schlilling tageweise einmieten.
1989 übernahm der Theaterverein Wien (Träger: Stadt Wien) das Theater und verwaltete es von nun an im Verbund mit dem Künstlerhaustheater als "dietheater"-Komplex.
Die Räume wurden von nun an für temporäre Nutzungen durch "freie Gruppen" vergeben und von einem Mitarbeiter der Stadt Wien bzw. des Theatervereins (Christian Pronay) verwaltet.
Ab 2007 kehrt Pronay als Mitarbeiter der MA 7 in die Kulturabteilung der Stadt Wien zurück.
Auch der ehemalige "Konzerthauskeller" gehörte für einige Jahre in den Verbund der von der Stadt Wien (Theaterverein) direkt geleiteten Theaterräume. Von 1989 an wurde es im Verbund der "dietheater" gemeinsam mit dem dietheater Künstlerhaus von der Stadt Wien direkt sowohl organisatorisch wie künstlerisch geleitet.

Das Stadt-Wien-eigene Theater wurde ab 2007 unter die künstlerische Leitung der beiden deutschen Dramaturgen Haiko Pfost und Thomas Frank gestellt, die parallel das brut als größeren Raum bespielten. Ähnlich wie im Falle der Schauspielhauses wurde aus dem ehemaligen kleinen Privattheater damit seit den 1980er-Jahren eine städtisch verwaltete "Kleinbühne" mit einem Fassungsraum von unter 100 ZuschauerInnen.

2015 übernahm die deutsche Dramaturgin Kira Kirsch die künstlerische Leitung des brut. Sie gab das Theater im Konzerthaus auf. Heute steht das Theater leer.

www.brut-wien.at
www.dietheater.at
Fassungsraum: ca. 86
Raumgröße: 7 x 12 m; Bühnenhöhe: 3,5 m
Bühne (bei Tribünenaufbau): 7 x 5 m

< zurück