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Das moderne Theater am Schwarzenbergplatz wurde von E. Jubal, der bis dahin das "Theater für 49" (1., Schottentor) geleitet hatte, ins Leben gerufen. Ursprünglich wurde das Theater für 75 Zuschauerplätze bei der Stadt Wien eingereicht, jedoch nicht genehmigt. Jubal eröffnete daher erneut ein "Theater für 49". Das Theater befand sich in den Kellerrräumen des Hauses Lothringerstraße 14, wo davor eine Galerie des Kunsthändlers Wawra bestanden hatte. Die Räume waren gediegener als jene im Keller des Hôtel de France. "Die hinabsteigende Stiege war breit und licht, im ersten Vestibül befand sich die Kasse, hier durfte auch geraucht werden, der zweite Vorraum, geräumig und freundlich ausgestattet, konnte als Foyer angesprochen werden. Der hohe luftige Theatersaal bot allerdings eine seltsame Überraschung. Es gab dort kein Bühnenpodium. 1 1/2 Meter von der ersten der sechs Sitzreihen (5 zu 8 und 1 zu 9 Sitzen) entfernt, war ein dicker Strich quer über den Fußboden gezogen, der den Zuschauerraum von dem Spielraum trennte. Das Bühnenbild wurde durch Praktikabel und einen die Szene nach rückwärts abschließenden Vorhang markiert. Vor dem Spielraum gab es keinen Vorhang, doch war dem Publikum durch einen Anschlag im Zuschauerraum das Betreten der 'Bühne' strengstens verboten." (Prosl 1949, S. 113)

Direktion: E. Jubal

Eröffnung (02.11.1937): Feuer auf Tschapei von William Watt (Regie: E. Jubal)

Nach nur zwei weiteren Premieren - Der Revisor von Gogol und Politik und Clodia von Walter Resch - musste das Theater im Zuge des "Anschlusses" und der März-Ereignisse geschlossen werden.


Quelle

Robert Maria Prosl: Die "Theater für 49". Vortrag, gehalten im Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Wien am 22. März 1946. In: Jahrbuch der Gesellschaft für Wiener Theaterforschung 1946-1947. Wien: Verlag Jugend und Volk 1949, S. 102-136.