Fotos: jmmh, August 2007


Das Kolosseum Kino wurde 1925 an der Stelle eines ehemaligen Tanz- und Speisesaales errichtet und fasste als eines der Wiener Großkinos nicht weniger als 700 Personen. In den ersten Jahren gab es noch keine Vorführkabine, sondern man projizierte hier die Filme aus dem Bühnenhintergrund auf die Leinwand, die vor jeder Vorstellung angefeuchtet werden musste, um sie lichtdurchlässiger zu machen. -
Nach Kriegsende wurde es für einige Zeit in Yank Kino umbenannt, um danach bis zu seiner Schließung erneut als Kolosseum Kino - zuletzt eines der ersten Wiener "Cineplexe" - in die Wiener Kinogeschichte einzugehen.-
Ein besonderes Sport- und Kinoereignis fand hier etwa im von 26. Jänner bis 5. Februar 1956 statt - die Übertragung der Winter-Olympiade als "Großbild-Fernsehen": Um die Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina d'Ampezzo der Wiener Bevölkerung öffentlich präsentieren zu können, veranstalteten an diesem Tag die Philips und die Kiba Ges.m.b.H. gemeinsam eine Serie von Großbildfernsehübertragungen. Die Übertragungen fanden während der gesamten Winter-Olympiade statt und machten so die damalige Olympiade auch zu einem frühen Wiener "Medien"ereignis". In den letzten Jahren war auch das Kolosseum ein Kinoplex mit sieben, zuletzt acht Sälen. Nach ersten erfolgreichen Jahren als Cineplex-Kino, musste das Kino schließlich geschlossen werden. -
Interessant ist an dieser Stelle auch der Verweis auf die Fresken, die im ehemaligen Kolosseum gefunden wurden (vgl. dazu den Sitzungsbericht der Bezirksvertretung Alsergrund vom 29. September 2004).
2002 wurde das Kino geschlossen.
Heute ist das ehemalige Kolosseum Kino eine Filiale einer deutschler Supermarktkette.


Wiener Colosseum
1898-
1916 Volksbühne
1918 Wiener Komödienhaus



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