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1906 eröffnete das Ehepaar Johann und Helene Nehéz in der Ottakringer Straße 79 ein kleines Kino: das "Elektro Theater American Bioscope". Fünf Jahre später zog man an den nahe gelegenen Johann-Nepomuk-Berger-Platz im Zentrum von Ottakring - und nannte das neu errichtete Kino (mit gleichbleibender Kinolizenz) auch dementsprechend "Zentral Theater". Johann Nehéz gehörte zu den Wiener Kinobetreiber der ersten Stunde, seine Frau, Sophia Nehéz, war die erste Frau, die 1908 die Zulassungsprüfung als Filmvorführerin in Wien bestand. Das Ehepaar leitete phasenweise nicht weniger als sieben Wiener Kinos, das 1911 eröffnete Zentral Theater wurde schließlich zu ihrem Lebensmittelpunkt. Es befand sich im Erdgeschoß eines vierstöckigen Gründerzeitbaus und bestach durch seine Fassade wie den gediegenen theaterähnlichen Innenraum - "exemplarisch für das damals erstarkte Selbstbewusstsein einer im Aufbruch befindlichen Branche", wie Florian Pauer in seinem Rundgang durch die verschwundene Ottakringer Kinowelt 1993 festhielt (vgl. Grafl 1993, S. 175).
1966 wurde das Kino geschlossen. 1993 befand sich hier eine Filiale der Bank Austria.
2007 war das ehemalige Kino ein Flohmarkt.


Quellen & Links:
Foto 2007: Angela Heide/artminutes