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An der Adresse 1., Annagasse 3, befand sich ab 1904 ein Etablissement, das im Laufe seines Bestands mehrere Male den Namen änderte: 1904 hieß das neu eröffnete Unterhaltungsetablissement „Annasaal“. Erste Akten dazu finden sich im Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchives aus dem Gründungsjahr. 1909 sollte der bestehende Theatersaal durch das Einziehen einer Eisenbetondecke unterteilt, „der untere Saal mittels 2er neuen Stiegen von der Gasse aus zugänglich gemacht und für Zwecke einer Bierwirtschaft eingerichtet“ werden. Der obere Saal sollte „als Tanzsaal in Verwendung genommen werden“, wobei der untere Saal 600 Personen, der obere 350 Personen fassen sollte. Wie aus einer weiteren Verhandlungsschrift aus dem Folgejahr hervorgeht, sollte das ab diesem Jahr „Possenbühne Max und Moritz“ genannte Unternehmen den unteren Saal von nun an zur „Aufführung von Kabarettvorstellungen“ vwenden, wofür ein Vortragspodium „mit vorliegendem halbversenktem Orchesterraum errichtet“ werden sollte. Doch die damalige Theaterkommission sprach sich dagegen aus, da sowohl die sicherheitstechnischen wie auch „sanitären Rücksichten“ nicht den erforderlichen Standards der Zeit entsprachen. Ein erneuter Plan zur Umgestaltung findet sich aus dem Mai 1910, dieses Mal hatten die neuen Direktoren – Heinrich Eisenbach, Adolf Gunger und Otto Taussig – mehr Erfolg: Im August 1910 wurden „anlässlich der besichtigten Eröffung“ des neue „eingerichteten Etablissements ,Max und Moriz‘ [!] von der Theaterkommission nur noch kleinere Mängel gelistet. Erneut kam es im November desselben Jahres zu weiteren Vorschriften, die die Verbesserung der Situation der Unterhaltungsbühne betrafen. Noch im Jänner 1913 liegen Akten zum Etablissement Max und Moritz vor – spätestens ab September 1913 hieß das neue Unternehmen an diesem Standort aber „Etablissement Tabarin“ und ersuchte am 1. September 1913 um eine diesbezügliche Spielbewilligung des Magistrats der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt an. Bereits wenige Tage zuvor hatte der diesbezügliche Lokalaugenschein stattgefunden, bei dem folgende neuerliche geplante Veränderungen festgehalten wurden: ![]() (Die Bezeichnung „Max und Mori(t)z“ findet sich jedoch auch noch in den Akten des Magistrats der folgenden Jahre, da es durch die Trennung der beiden Einheiten zu zwei selbstständigen Unternehmen an derselben Adresse kam: Das Tabarin existierte in den folgenden Jahren als Unterhaltungsbetrieb, wird jedoch in den Unterlagen des Wiener Magistrats aus dem Oktober 1931 als „leer stehend“ bezeichnet, ebenso das im selben Gebäude befindliche „Chapeau rouge“ und ein Gasthaus.) Erneut findet sich ein weitere Name im September 1924: Robert-Stolz-Bühne, wobei sich von nun an die Namensänderung auch in den Akten findet. In der neuen „Singspielhalle“ wurde eine eiserne Kurtine errichtet sowie zahlreiche weitere Revisionen durchgeführt, ehe das neue Unternehmen eröffnen konnte. Die Robert-Stolz-Bühne hielt sich drei Jahre lang an dieser Adresse. Ab 1927 findet sich ein neuer Name und ein neuer Direktor des Theaters: Die nunmehrige „Kleine Bühne“ wurde im Mai 1927 durch Julius Wiesner (4., Mayerhofgasse 2a) eröffnet. Auch Wiesner konnte das Theater nur zwei Jahre lang halten: 1929 findet sich Adolf Brett als neuer Direktor des nun „Theaters der Komiker“ genannten Theaters. Zwischen Brett und einer Reihe von Mitarbeitern kam es in der Folge zu einem finanziellen Rechtsstreit, der zwar durch Hinterlegung einer Kaution zur Sicherrung des Lohnansprüche beendet werden konnte, doch hielt die Union des Bühnen- und Kinopersonals Österreichs in einem Schreiben von 27. Juli 1929 fest, […] dass Sie den mit uns verinbarten Vertrag durh eine mit den Arbeitern ohne unser Wissen und ohne unsere Zustimmung getroffene Vereinbarung wesentlich verschlechtert haben. Nach den gesetzlichen Bestimmungen über Kollektivverträge sond solche Vereinbarungen rechtlich ungültig und wenn die Arbeiter nachträglich von den ihnen gebührenden kollektivvertraglichen Ansprüchen keinen Gebrauch machten, so war dies jedenfalls ein sehr weitgehendes Entgegenkommen.“ Bereits ein Jahr später findet sich ein neuer Eigentümer in den Akten des Wiener Magistrats: Franz Adalbert Mikulasek (6., Nelkengasse 4), der im Oktober 1930 den Antrag stellte, sein neues Unternehmen als „Saaltheater“ zu bezeichnen, was zu einer Reihe von Beanstandungen seitens des Magistrats führte. 1933 findet sich weiterhin die Bezeichnung „Theater der Komiker“ in den Akten, neuer Direktor ist zu diesem Zeitpunkt Alexander Rott. Die letzten Bescheide des Wiener Magistrats an das Theater Komiker stammen aus dem Dezember 1933 und dem November 1934 und betreffen sicherheitsmaßnahmen, darunter Mängel bei der elektrischen Anlage und den Rauchleitungen sowie die räumliche Situation des Feuermelders. |