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Fassungsraum: 390 (1914); 374 (1922); 454 (1934); 247 (2005)

Ursprünglicher Besitzer des Kinos war die "offene Handelsgesellschaft" um die Industriellen Böhm, Dotzler und Wohlgemuth (vgl. "Imperial Kino"), die Konzession gehört in den ersten Jahren der "Kinderschutz- und Rettungsgesellschaft".

Besonderes Merkmal des von Hans Prutscher im Erdgeschoß eines Wohnhauses nahe der Ringstraße bei der Oper geplanten heute noch bestehenden Opern Kinos waren auch die beim Einbau des Kinosaales fest eingeplanten großen Fensterfront. Prutscher lehnte sich in seiner Kinogestaltung, ähnlich wie Carl Witzmann, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Gestaltungsmitteln, stark an die damals aktuelle Theaterarchitektur an.

Grafl 1993 schreibt über dessen gestalterisches Konzept etwa: "Von zeitgenössischen Architektukritikern wurde Prutschers klare Linienführung und die wuchtige Betonung der Horizontalen der Vorderfront, oft durch einen durchgehenden Balkon im obersten Stock [etwa im Phönix Kino] betont, besonders gewürdigt. Für Prutscher war Kino in erster Linie ein Raumerlebnis, das durch das Interieur mitbestimmt werden sollte. Dies ist insofern wenig überraschend, da er, von der Innenarchitektur kommend, der Ausgestaltung der Kinoinnenräume besonderes Augenmerk schenkte. Dabei plante er wohl überlegt ein, dass das zukünftige Publikum vom Theater erst abgeworben werden musste. Dazu dienten die Logenplätze, die oft seitlich oder im rückwärtigen Teil eingeplant wurden. […] Oft wurden beträchtliche Filmerfolge nur dadurch erzielt, dass Filme in beliebten Logenkinos wie im Michelbeuern Theater, im Schäffer Kino oder in den Kammerlichtspielen uraufgeführt wurden." (S. 112f.)

Vorerst Merkmal von Prutschers klarer und transparenter Gestaltung dienten die Schaufenster in den folgenden Jahren der Bewerbung der hier laufenden Filme.
Das spätere Kiba-Kino wurde in den Siebzigerjahren neu gestaltet.