Besitzer des 1913 in der Johannesgasse 3 eröffnete Kärntner Kino war in den Jahren 1924-1928 der Filmindustrielle Oskar Glück. (1)
Glück, der mit seiner Filmfirma Projectograph-Film regelmäßig Filme produzierte und mit so wichtigen Regisseuren und Schausspieler*innen wie Fritz Kortner, Carl Lamac, Karl Hartl und E. W. Emo, Maria Jeritza, Hans Moser, Liane Haid, Heinz Rühmann, Willi Forst, Franziska Gaal sowie Pat und Patachon zusammenarbeitete, musste aufgrund seiner jüdischen Herkunft kurz nach dem "Anschluss" Österreichs das Land verlassen. Das Kino wurde "arisiert". Glück bekam das Kino nicht mehr zurück, er kehrte nach dem Krieg aus den USA nach Europa zurück, lebte jedoch bis zu seinem Tod 1966 in München. Am 23. Dezember 1966 wurde er auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.

Das Kino gehörte nach dem Krieg - wie zahlreiche andere "arisierte" und nicht restituierte Kinos in Wien - in den Verbund der Stadt-Wien-eigenen KIBA-Kinos.
In den Siebzigerjahren Neugestaltung unter der Leitung von Architekt August Weisshaar im Auftrag der KIBA.
Es konnte sich bis in die Neunzigerjahre - und unter dem neuen Namen "Metro vis à vis", das es im Zuge der Übernahme der "Insel in der Komödie" durch die KIBA errhielt - halten, ehe auch dieses Wiener City-Kino geschlossen wurde.
Die letzten Jahre des Kinobetriebes waren u.a. durch die Eröffnung einer Filiale von Mac Donald's im selben Haus beeinträchtigt: "Unscheinbar duckt sich das Metro vis à vis unter die Fassade eines Fastfood-Restaurants", schreibt Karl Sierek 1993.(2)

Zuletzt gehörte das Kino in den Cineplexx-Verbund, wurde jedoch vor wenigen Jahren geschlossen (vgl. auch Burg Kino).


Quellen & Links:
(1) Zu Oskar Glück vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Gl%C3%BCck
(2) Hier zit. in Grafl 1993, S. 191.

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