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Porrhaus, vormals Offenbachsaal der Gewerkschaft der Gast- und Kaffeehausangestellten

1927 wurde von Oscar Teller, Victor Schlesinger und Fritz Stöckler das „Jüdisch-Politische Cabaret" im Saal des Porrhauses in der Treitlstraße gegründet. Unter dem Pseudonym "Victor Berossi“ verfassten die Gründer neben Benno Weiser auch die meisten Texte, die sich fast ausschließlich an jüdisches Publikum wendeten.
Programme bis 1938 waren: Juden hinaus!, Ho-Ruck nach Palästina!, Sorgen von morgen. Schauspieler des Ensembles waren Leopold Dickstein, Otto Presser, Kurt Riegelhaupt, Rosi Safier u. a.
Noch bis zum „Anschluss“ wurden hier unterschiedlichste Aufführungen verschiedener Organisationen dargeboten, u. a. 1937 das Sprechstück Rassisches und Klassisches von Benno Weiser und Viktor Schlesinger. mit Chor- und Musikeinlagen von Leopold Dickstein. In der Einreichung an das Magistrat der Stadt Wien hieß es damals: „Das Stück stammt von Mitgliedern des Landesverbandes und wird von Dilettanten, die derselben Organisation angehören, unentgeltlich aufgeführt. Das Stück ist ein Querschnitt durch jüdische Gegenwartsgeschichte und Vergangenheit.“
Nach der „Annexion“ Österreichs gründete Teller in New York das „Jüdisch-Politische Cabaret Die Arche“.

Während der NS-Zeit wurde der Kinoraum vor allem für die Vorführung von Schmalfilm-Propagandafilmen genutzt. Nach dem Krieg wurde das Porrhaus von den russischen Alliierten bespielt und zeigte sowjetische und kommunistische Propaganda-, aber auch Kunst- und Kulturfilme.

M.Abt. 350 A14/2 1: Kinos: Kino- und Theaterpolizei, Kinos 1. bis 4. Bezirk