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In den Jahren 1925–1926 wurde die Wiener Gemeindebauanlage „Thury Hof“ nach Plänen von Viktor Mittag und Karl Hauschka auf dem Grund der von Johann Thury gegründeten ehemaligen Ziegelei errichtet, deren Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht und der gesamten Gegen den Namen „Am Thury“ gab. Bis 1934 wurde das Kino als Gemeindebaukino des „Roten Wien“ vom Bezirksverband der Arbeitervereinigung des 9. Bezirks betrieben. Nachdem dieser in Folge der Februarkämpfe 1934 aufgelöst werden musste, stand die Konzession zur Führung des Betriebes frei. Die Verhandlungen über das weitere Bestehen des Kinos zogen sich über einige Monate.
Bereits 1934 suchten Hans und Heinz Schwänzl um die Verleihung der Konzession für das Kino ein, geplant waren vier Vorführungstage zu je zwei Filmen pro Tag. Doch gegen das Ansuchen wurde auf das Schärfste Einspruch erhoben und der Antrag letztlich abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag der Ostmärkischen Sturmscharen. Zeitgleich bemühte sich auch die Selenophon Licht- und Tonbildgesellschaft um die Konzession, zog jedoch Anfang 1935 den Antrag wieder zurück. Der Antrag der Wiener Bildungswerkes für das Kino wurde von diesem selbst ebenfalls bald wieder zurückgezogen, da es in dessen Augen völlig aussichtslos war, den hochverschuldeten Betrieb finanziell wieder auf solide Beine zu stellen.
Auch gegen den Antrag des 1903 geborenen Franz Antal legte der Bund der Wiener Lichtspieltheater ein massives Veto ein. Dennoch kam es zum Verkauf des Kinos an diesen. Antal gab in einem Schreiben von 17. Juni 1935 bekannt, dass er zuvor – bis 20. Jänner 1933 – Mitinhaber und Geschäftsführer des Rembrandt Kinos gewesen war (Malzgasse 2, 1020 Wien). Wenige Monate später wurde auch das Konzessionsansuchen Antals abgelehnt.

Heute wird das ehemalige Kino als „Altes Kino“ von der Wiener freien Gruppe toxic dreams als dessen ständiger Proberaum genutzt.

Links:
https://www.toxicdreams.at/
http://www.dasrotewien.at/seite/thury-hof

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