| < zurück Gründung als Sprechtheaterbühne Die Volksoper wurde 1898 am Währinger Gürtel nach Plänen von Franz (Freiherr von) Krauß und Alexander Graf als Kaiser Jubiläums Stadttheater erbaut und unter seinem ersten Direktor Adam Müller-Guttenbrunn (1898-1903) am 14. Dezember 1898 mit Heinrich von Kleists Hermannsschlacht eröffnet. Anders als im ebenfalls vom national-konservativen, antisemitischen Autor Müller-Guttenbrunn mit konzipierten Raimundtheater, das sich seinem ursprünglichen Konzept zufolge vor allem dem Volksstück widmen wollte, war das Kaiser Jubiläums Stadttheater vorerst der Pflege des deutschen Schauspiels gewidmet und fungierte zunächst als reine Sprechbühne. Etablierung des Musikspielplans Unter Direktor Rainer Simons (1903-1917) wurden vermehrt bereits Opern und Singspiele in das Repertoire aufgenommen. Unter den Direktoren Mader (1917-1919) und Weingartner (1919-1924) avancierte das Haus zur zweiten repräsentativen Opernbühne der Stadt, zu deren Ensemble und Gästen u. a. Maria Jeritza, Emil Schipper und Josef Manowarda zählten, ging aber dennoch 1928 in Konkurs. Neues Wiener Schauspielhaus In den drei Jahren (1928/1929-1930/1931) führten Jakob Feldhammer und Otto Ludwig Preminger hier erneut durchwegs Sprechstücke auf und nannten das Theater in unter dem Namen Neues Wiener Schauspielhaus um. Einzug der Operette und Übernahme durch die Stadt Wien während des NS-Zeit In den Jahren danach fanden, nun unter dem wieder neuen Namen Volksoper, neuerlich Operetten den Weg auf die Bühne dieses Hauses. 1938 wurde das Theater von der Stadt Wien als Opernhaus der Stadt Wien übernommen, das es auch nach Ende des Nationalsozialismus blieb. Von 1. September 1944 an mussten alle Wiener Theater geschlossen bleiben, die Kinos dürfen jedoch weiterspielen - und so wurde aus dem Opernhaus ab 6. Oktober 1944 für einige Monate das zweitgrößte Kino der Stadt mit nicht weniger als 1.550 Plätzen. Ausweichquartier der Staatsoper ab 1945 Ab 1945 war die Volksoper wieder ein reines Musiktheater, vorerst neben dem dem Theater an der Wien auch Ausweichquartier für die Staatsoper. 1946 wurde die nunmehr staattliche Volksoper unter Direktor Juch (1946-1955) in den neu gegründeten Verband der Bundestheater aufgenommen. Von nun an diente das Theater "der Pflege der Spieloper, der Operette und des Musicals. An der Erarbeitung eines Volksopernstils typisch österreichischer Prägung hatten die Direktoren Dr. Hermann Juch, Franz Salmhofer, Albert Moser und Karl Dönch Anteil. Seit einem Umbau im Jahr 1963 verfügt das Haus über eine der modernsten Bühnenanlagen." (Budischowsky 1983, S. 223) Übernahme in den Verbund der Bundestheater-Holding Neben dem Schwerpunkt Operette werden hier auch Musicals, Ballette und Opern, seit 1999 auch zeitgenössischer Tanz und Opern des 20. Jahrhunderts; seit der Umwandlung der österreichischen Bundestheater in eine Holding 1999 wird die Volksoper als Volksoper Wien GmbH geführt. www.volksoper.at www.azw.at/www.architektenlexikon.at/de/180.htm (zu Alexander Graf) |